Bei Anguilla handelt es sich um ein nicht souveränes britisches Überseegebiet mit einer inneren Autonomie. Seit dem 19. Dezember 1980 ist Anguilla ein sich selbst verwaltendes britisches Überseegebiet. Bis vor kurzem erhielt Anguilla als Überseegebiet und Teil eines EU-Mitgliedstaats Entwicklungszuschüsse aus dem Topf des Europäischen Entwicklungsfonds. Seit dem Brexit-Votum, bei dem Anguilla kein Stimmrecht hatte, herrscht große Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung um die wirtschaftliche Zukunft der kleinen Karibikinsel.
Der Brexit
Nicht nur Anguilla, sondern auch andere kleine Inseln, die zum britischen Überseegebiet gehören, haben seit dem Brexit hart zu kämpfen. Die Bevölkerung durfte weder am Referendum teilnehmen, noch hatte sie ein Mitspracherecht beim Brexit. Für die ca. 15000 Einwohner interessiert sich kaum jemand in der Regierung von London.
Anguilla ist neben dem Tourismus auf den Austausch mit den französischen und holländischen Nachbarinseln angewiesen, welche EU-Mitglieder sind. Seit dem 1. Oktober 2021 braucht man für jeden Grenzübertritt einen gültigen Reisepass. Ein Visum ist für Touristen nicht notwendig, jedoch muss vorab online mindestens sieben Tage vor der Abreise ein Einreiseantrag gestellt werden. Die Bearbeitung des Antrags dauert in der Regel ca. 1-2 Tage.
Die Regierung
Obwohl Anguilla eine innere Autonomie besitzt und sich selbst verwaltet, gibt es immer noch einen für die Insel zuständigen Gouverneur. Der Gouverneur ist der Vertreter des britischen Monarchen und wird durch diesen auf Vorschlag der britischen Regierung ernannt. Die Hauptaufgabe des Gouverneurs besteht darin, einen Premier zu ernennen. Bis 2019 trugen die Amtsinhaber den Titel Chief Minister. Heute nennt man den gewählten Regierungschef von Anguilla “Premier of Anguilla”. Die zwei größten Parteien Anguillas sind Anguilla Progressive Movement und Anguilla United Front.