Geschichte

Fuerteventura vor Christus


Die Guanchen waren die Ureinwohner aller Kanarischen Inseln – es wird vermutet, dass diese von nordafrikanischen Berberstämmen abstammten, die etwa ab 3.000 vor Christus auf die Kanareninseln und nach Fuerteventura kamen. Für die Besuche phönizischer Seefahrer auf Fuerteventura, die etwa im 11. Jahrhundert vor Christus vermutet werden, gibt es keine eindeutigen Nachweise. Im Jahre 850 vor Christus werden die Kanaren in der Odyssee des griechischen Dichters Homer als die Inseln der Glückseligen erwähnt.
Bis zur Eroberung durch die Spanier zu Beginn des 15. Jahrhunderts soll laut Überlieferungen ein Steinwall quer über die Landenge Fuerteventuras existiert haben, der den Norden – das Königreich Maxorata - vom Süden – dem Königreich Gandia - abtrennte. Unterhalb des Windparks von Costa Calma können Reste einer sehr dicken und etwa 3 Meter hohen Mauer bewundern – ob es sich hierbei tatsächlich um Reste des damaligen Walls handelt, ist jedoch nicht erwiesen.

 

Fuerteventura nach Christus


Etwa im gegen Ende des 1./Anfang des 2. Jahrhunderts nach Christus wurden die Kanaren von Ptolemäus auf der Weltkarte verzeichnet. Im Jahr 922 versuchten die Araber, Fuerteventura und weitere Kanareninseln einzunehmen. Während des 14. Jahrhunderts versuchten sowohl Portugiesen, als auch Spanier die Insel zu erobern. Europäische Goldsucher, Händler und Sklavenjäger suchten in dieser Zeit die Insel heim. Letztendlich gelang die Eroberung den Spaniern im Jahr 1402 durch den Normannen Jean de Bethencourt, der Betancuria als Hauptstadt gründete. Bei seiner Rückkehr auf das Festland verkaufte Bethencourt die Insel. Im Jahr 1478 kauften die Spanier Fuerteventura zurück. Im Jahr 1708 folgte die Gründung einer Militärherrschaft – die Coronales (die Obersten) hatten ihren Sitz in La Oliva.
In den Jahren 1730 bis 1736 wurde der Norden Fuerteventuras durch heftige Vulkanausbrüche auf Lanzarote schwer in Mitleidenschaft gezogen. Englische Korsaren versuchten im Jahr 1740 Fuerteventura zu unterwerfen, scheiterten jedoch in beiden Schlachten bei Tuineje. Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts wurde die Insel der starken Winde immer wieder von Freibeutern überfallen. Anno 1834 wurde Antigua zur neuen Hauptstadt Fuerteventuras – der Verwaltungssitz wurde im Jahr 1835 nach Puerto de Cabras, dem heutigen Puerto del Rosario, verlegt. Die Feudalherrschaft der Senores wurde im Jahr 1836 abgeschafft und anno 1852 wurden die Kanaren zur Freihandelszone erklärt. Die Militärherrschaft endete im Jahr 1859 – danach wurde anno 1860 Puerto de Cabras zur Hauptstadt.
Ab 1912 erhielten die Kanarischen Inseln Selbstverwaltungsrechte – ab 1927 gehörten Fuerteventura und Lanzarote zur Provinz Las Palmas.